Wege zur Heilung – Schritte der Bewältigung

Für mich ist sehr wichtig, dass ich über meine Erkrankung rede und schreibe. Es gibt keinen Grund sich für eine Erkrankung zu schämen. Krankheit gehört für mich zum Leben dazu. Kranksein bedeutet nicht, dass das Leben ab dem Zeitpunkt der Diagnose vorbei ist, sondern das mein Leben eine neue Qualität bekommen kann. Wie aber kann dies gelingen?

Diagnose unheilbar krank, bedeutet nicht das das Leben zu ende ist. Die Botschaft lautet eher: Es beginnt ein neuer Abschnitt.

Ich bin 54 Jahre alt und seit 20 Jahren an einer chronischen Darmentzündung erkrankt. Die CED-Medikamente haben meine Nieren beschädigt, so dass ich seit meinem 43 Lebensjahr Dialysepatient bin. Details meiner Erkrankungsgeschichte erspare ich an dieser Stelle meinen Lesern.

Die Dialyse war, aus meiner Sicht, ein großes Glück für mich. Die schwierigen Zeiten hätte ich ohne die Behandlungen mit Dialyse, die Begleitung durch Ärzte und den Kontakt zu anderen Erkrankten nicht überstanden. Na klar, habe ich durch das Nierenversagen auch Nachteile. Besonders am Anfang habe ich fürchterlich gelitten. Aber nach und nach wurde die Dialyse zur Lösung meines gesundheitlichen Problems. Auch hier ist für mich entscheidend, den richtigen Blickwinkel einzunehmen und die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Es gibt wie bei Vielem, gute und schlechte Seiten. Und es gilt beide anzuerkennen und die neuen Möglichkeiten auszuloten. Mit dem Schritt die Situation so anzunehmen, wie sie ist, beginnt der Prozeß der Heilung.

Reste eines vom Sturm abgebrochenen Baumes

Als mir klar wurde, dass ich bis zum Ende meines Lebens dafür sorgen muß, meine nicht richtig funktionierenden Nieren zu ersetzen, habe mehrere Ansätze gemacht, meine Dialysebehandlung besser mit Arbeit und Familienleben zu vereinbaren. Heilung bedeutet für mich, das beste aus der gegenwärtigen Situation zu machen. Heimdialyse war mit den kleinen Kindern nicht vorstellbar und die Nachtdialyse war für mich persönlich ein Horror, weil ich nicht schlafen konnte. Für die Peritonealdialyse war ich wegen der Entzündung im Bauchraum nicht geeignet. Das Konzept der zentralisierten Heimhämodialyse (zHHD) hat sich für mich schließlich als best geeignet herausgestellt. Ich habe mich etwa 5 Jahre lang selbst mit zHHD behandelt. Die Aussicht irgendwann, wenn es passt, zuhause zu dialysieren hat mich dabei geleitet und ich bin inzwischen „mit allen Wassern“ gewaschen. Seit ich mich selbst punktiere, habe ich ganz selten Fehlpunktionen und die Behandlungen laufen ohne Probleme. Ein Glück!

Fazit: Es gibt nicht das „beste Verfahren“ die „beste Behandlungsmöglichkeit“. Vielmehr muß jeder Kranke die für sich und sein individuelles Leben best geeignete Lösung(en) finden. Das kann einem der Arzt nicht abnehmen! Ärzte beraten, der Patient trifft Enscheidungen, nicht anders herum! Oder vielmehr hole ich mir fachliche Unterstützung, damit ich verstehe was in meinem Körper passiert. Auch die Fachinformationen über die Patientenvereinigungen sind sehr hilfreich. Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie oder Behandlung treffe letztlich ich selbst. Und dies ist auch eine innere Haltung in Bezug auf meine Erkrankung. Ich übernehme Verantwortung für mich. Auch dies ein Hinweis auf Heilung. Ich grenze Heilung von dem Zustand des gesund seins ab. Heilung ist nicht Abwesenheit von Erkrankung, sondern Bewältigung der gegenwärtigen Situation.

Verantwortung für sich selbst übernehmen!

viele Jahre später ist der Baumstumpf fast vollständig verrottet und dient als Basis für neues Leben.

Fragen, warum die Erkrankung zu mir kam, habe ich am Anfang oft gestellt. Inzwischen beschäftige ich mich mehr mit der augenblicklichen Situation. Mein Jetzt ist entscheidend. Ich versuche so zu leben, dass ich mich wohl fühle und happy bin. Meine Aufmerksamkeit ist nicht mehr darauf ausgerichtet, irgend welche Vorstellungen und Wünsche zu realisieren, sondern sie richtet sich mehr auf das Jetzt. Passen die Lebensgewohnheiten noch zu meinem Leben? Achte ich darauf meine Bedürfnisse zu erfüllen? Spüre ich meine Bedürfnisse?

Heilung ist für mich, wieder an Themen heran zu kommen, die mir mal wichtig waren und in den Hintergrund getreten sind. Heilung ist Freunde zu treffen, die ich lang nicht gesehen habe und neue Freunde zu finden. Heilung bringe ich auch mit Sanftsein zu mir selbst in Vebindung. Es ist mir wichtig das ich mich beim Sport wohlfühle. Wenn es mir gut geht, dann tut mir der Sport auch gut.

Transplantation ist eine Möglichkeit von Vielen

Mein Umfeld reagiert sehr häufig mit der Frage warum ich mich nicht transplantieren lasse. Das ist eigentlich immer die erste Reaktion. Das Krankheit zu einem besseren Leben führen kann, ist undenkbar. Ich empfinde dies genau anders herum. Mich hat die Erkrankung an Themen geführt, die ich als Gesunder nie genauer betrachtet hätte. Warum auch. So gesehen, kann jemand der Krankheitserfahrungen nicht gemacht hat, dies auch nicht verstehen. Eigentlich sind gesunde Menschen in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Thema Kranksein in Ihrer Wahrnehmung eingeschränkt. Sie haben ja auch keine Erfahrungen in diesem Bereich. Transplantation ist eine Option von vielen! Nicht jeder Mensch ist für eine Transplantation geeignet. Ich habe oft den Eindruck, dass die Meinung vorherrscht, dass nur ein „Bauteil“ (Organ) ausgetauscht werden muß und schon bist Du wieder gesund. Das ist ein ziemlicher Unfug. Die Krankheit ist immer noch da und schreitet fort. Wenn der Patient Glück hat, kann es sein das seine Lebensqualität zunimmt. Das ist aber leider nicht immer so.

Heilung findet statt, wenn ich mich mit meiner Erkrankung anfreunde und lerne sie zu verstehen. Es ist heilsam, genauer zu spüren, was mein Körper gerade benötigt und diesen Bedürfnissen auch unmitelbar nachgehen zu können.

Frühlingsbote im Wald

Und letztlich ist es so, wie im Wald beobachtet. Der Baum wächst und gedeiht, wird groß und schön. Jedes Jahr aufs neue findet Leben statt. Mal satt und ereignisreich, mal dürr und trist. Doch die vielen Jahre des Lebens finden statt. Sind geschehen. Der Baum hat sich vervielfältigt und schickt seine Früchte in die Welt. Bietet Tieren und Kleinstlebewesen einen geschützten Lebensraum. Sein Leben hat einen Sinn. Irgendwann bricht ein Sturm den Stamm, oder reisst die Wurzel heraus, so dass sein Leben dem Ende zugeht. Selbst aus dem nun toten Stamm wird durch die Verwitterung neues Leben zugrundegelegt. Vorher holt sich ein Holzhandwerker hoffentlich ein Stück von seinem Holz. Der Kreis schließt sich. Aus dem verrotteten Material wächst neues Leben.

Heilung bedeutet für ich auch, die Tatsache zu akzepieren, dass mein Leben endlich ist. Im Hier und Jetzt habe ich keine Angst und brauche mir auch keine Sorgen um das Morgen machen. Im Verlauf meines Lebens habe ich wortwörtlich Teile meines Körpers verloren. Mein Körper bedarf nun teilweise eines Hilfsmittels, welches ein Weiterleben ermöglicht.

Mittels medizinischer Hilfsmittel kann ich gut leben.

Und mein Leben ist deshalb nicht schlechter. Ich habe immer noch Kraft und Energie. Spüre jetzt aber genauer wenn ich eine Pause brauche.

Hoffnung auf ein erfülltes Leben und Möglichkeit zufrieden alt zu werden.

Gesundes Podestbett aus Balken

Mein aktuelles Holzprojekt ist ein Bett aus Balken. Die Anforderungen: Es soll hoch sein, dass viele Dinge unter dem Bett zu verstauen sind, und ein wenig höher als die übliche Betthöhe. Außerdem soll das Bett aus Balken bestehen die auf eine Weise miteinander verbunden sind, so dass es gesund ist, darin zu schlafen.

Bei schönstem Spätfrühlingwetter habe ich in meiner Freiluftwerkstatt die Verbindungen hergestellt. Hierzu wurden die Balken markiert. Identische Jahresringe herausgesucht und an beiden Enden die Strecke von fünf identischen Jahresringen gemessen. Dieser feine Unterschied hilft mir dabei ein Ende des Balkens als Wurzel und ein Ende als Krone des ehemaligen Baums zu erkennen. Beim Bau des Rahmes habe ich immer an den Verbindungen Wurzel und Krone zusammengefügt. Fertiggestellt ergibt der Rahmen ein rundum laufendes Feld, welches vor schädlicher Strahlung schützt.

Der fertig gezapfte Rahmen aus 10x10cm Fichtenbalken.

Üblicherweise werden diese Anforderungen heute gerne von Handwerkern insoweit erfüllt, indem sie Metallbeschläge und Schrauben aus dem Baumarkt besorgen und das Ding zusammenschrauben.

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HHD – Heimhämodialyse

Seit Anfang April behandle ich mich selbst mit HHD. Meine ersten Erfahrungen beschreibe ich in diesem Bericht.

Von zehn Jahren Zentrumsdialyse ausgehend, habe ich jetzt vor allem das Gefühl von wiedergewonnener Freiheit. Diese zurückgewonnene zeitliche Flexibilität ist ein großer Segen für mich. Ich muß nun nicht mehr auf Biegen und Brechen den Zentrumsrhythmus einhalten und kann zeitlich flexibel die Dialysebehandlung auf meine Bedürfnisse abstimmen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ich nun nicht mehr dauernd nicht zuhause bin. Bisher war es für meine Familie ganz klar, das der Papa in der Dialyse ist und somit häufig nicht anwesend. Besonderere Momente im Familienleben, z.B. ein Kind hat Geburtstag, oder es sind Feiertage, der fest vorgegebene zeitliche Rahmen der Zentrumsbehandlung läuft weiter. Viele dieser Begebenheiten bekam ich in der Vergangenheit gar nicht mit. Alle Familienmitglieder litten unter diesen Zwangsunterbrechnungen.

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Lagerregal – Vorbereiten der Fachböden

Die Anleimer zu verleimen war eine Herausforderung. Es standen nur wenige lange Zwingen zur Verfügung und entsprechend lange habe ich für diesen Arbeitsschritt gebraucht. Damit die Einzelteile auch wirklich zusammenpassen, habe ich das Regal in der Werkstatt teilweise aufgebaut.

Die Anleimer finde ich überaus sinnvoll. Die Schnittkanten der OSB-Platten sind ziemlich genau so scheußlich, wie die von Spanplatten und die Kanten neigen sehr zum ausbrechen. Mit den Anleimern wirkt die Platte nun kompakt und abgeschlossen.

Trockenlauf, ob die Leitern und Fachböden zusammenpassen. Besonders das Zusammengehen der Ecke war fordernd. Erst bei diesem Trockenlauf ist mir wirklich klar geworden, wie sich Alles zusammenfügt.

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Lagerregal – Der Bauplan

Die Planung meines Lagerregals war eine Herausforderung. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich alle erforderlichen Maße beisammen hatte. Wie groß sind die zu lagernden Sachen, und vor allem wie viele Konzentratkanister muß ich lagern, welche Maße haben unsere Rennräder und die Umzugskisten, in denen diverse Erinnerungen gelagert sind.

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Lager für Heimhämodialyse

Vorgeschichte:

Auf dem langen Weg hin zur Heimhämodialyse (HHD) auf dem ich mich ja nun schon seit einiger Zeit befinde, geht es langsam voran. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben, dass ich nun fast alle Hürden genommen habe. Diese Woche soll nun das umfangreiche Material für die Dialyse geliefert werden.

Die Herausforderung das umfangreiche medizinischen Material, welches ich für die HHD benötige, zu lagern beschäftigt mich seit Dezember.

Vor allem zwanzig Stück 10l Konzentratkanister die alle zwei Monate geliefert werden, stellten mich vor eine Herausforderung.

Ausgangslage ist, dass ich in der Wohnung nur Verbrauchsmaterial für die laufende Woche lagern kann (max. 3 Kanister). Die einzige weitere Möglichkeit zur Lagerung von Material ist der zur Wohnung gehörende Keller. Da wir eine vierköpfige Familie sind, ist der Keller seit dem wir hier wohnen immer gefühlt zu voll und man kommt an die Sachen die man braucht nicht ran.

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Lindenbastpinsel herstellen

Vor kurzem hat Raphael in einem Kommentar zu meinem Artikel über Heiss-, Knochen- oder auch Glutinleim gefragt, wie ich meine Bastpinsel herstelle. Das hat mich auf die Idee gebracht, hier einen kurzen Bilderbericht über die Herstellung von Ebendiesen zu posten.

Ausgangspunkt ist der Park in dessen Nähe ich wohne. Dort haben die Winterstürme diverse Bäume gestürzt und von dort habe ich zwei Rindenstücke von einem Lindenstamm mitgenommen.

Rinde von der Linde
Das Ausgangsmaterial. Noch mit der äußeren Rinde und Moos ist der Bast nicht sichtbar.
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Zitronenfalter, Buchfink, Ameisen…

Jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Mein täglicher Spaziergang ist im Moment wahrlich eine große Freude. Die zunehmende Wärme und genug Regen bringen neues Leben in der Natur hervor. Ich liebe es.

Der erste Frühlichsbote flattert lautlos durch den Wald. Ein Zitronenfalter fliegt erstaunlich leicht, obwohl er gegen die Windböhen anfliegt, die immer wieder aufkommen. In der kurzen Zeit die er uns auf unserem Spaziergang begleitet, legt er eine Strecke von 200m zurück. Vermutlich kommt er pro Tag jetzt auf einige Dezikilometer weit, bis ein Partner gefunden ist.

Blauer Himmel, gleissende Sonne, ein warmes Plätzchen, die duftende Winterwiese machen mit glücklich
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Jahresrückblick 2019

Ich wünsche allen meinen treuen Lesern ein ruhiges und glückliches Weihnachtsfest. Frohe Weihnachten Euch allen! Für das Jahr 2020 und die kommende Dekade wünsche ich uns allen mit Mut und Entschlossenheit unsere Verantwortung wahrzunehmen und dabei achtsam zu sein.

Mein Jahr 2019 war trotz vieler Rückschläge ein gutes Jahr. Ich habe geschlagene acht Monate auf einen Bescheid der deutschen Rentenversicherung gewartet, eine Achillessehne gerissen und Probleme mit niedrigem Blutdruck gehabt. Nach einigem Hin und Her hat sich vieles geklärt. Ich kann weiterhin am Arbeitsleben teilhaben, muß mich aber nicht mehr verbiegen um arbeiten zu können. Und kann weiterhin meine holzhandwerklichen Projekte verwirklichen. Und ich spüre, wie wieder Kraft in mein rechtes Bein zurückkommt. Ein Glück schmerzfrei zu sein und laufen zu können!

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3 mal 5 Stunden

Immer wieder erlebe ich folgende Situation:

Mein Gegenüber realisiert, dass ich, um leben zu können, die Behandlung mit Dialyse benötige und fragt:

„Einmal in der Woche 5 Stunden, oder?“

Meine Antwort ist eigentlich immer die Gleiche:

„Nein. 3 mal 5 Stunden in einer Woche.“

Das macht zusammen mit einer Stunde Fahrtzeit zur Dialysestation und zurück ca. 18 Stunden in der Woche. Bei 8 Stunden Schlaf ergibt dies, dass wir Dialysepatienten 1/3 der zur Verfügung stehenden täglichen Zeit zu körperlicher Passivität gezwungen sind.

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Hack fürs Fahrradschloß

Abus stellt sehr gute Kettenschlösser fürs Fahrrad her. Kettenglieder aus 8mm gehärteten Vierkantstahl. Da muß man schon mit der Flex ran, um das aufzubrechen. Ich bin auf alle Fälle von dem Produkt überzeugt. Jetzt kommt das Aber:

Abus Fahrradschloß mit verschlissener Ummantelung

Wie das Bild oben zeigt, zesetzt sich die äussere Ummantelung bei meinen Schlössern, obiges Schloß habe ich vor drei Jahren gekauft. Die blanke Kette setzt dem Lack am Rahmen meines Fahrrades ziemlich zu und das gefällt mir gar nicht.

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Ein Fahrrad für die Heimdialyse

Ich bereite mich ja seit einiger Zeit auf die Heimdialyse vor. Zur Zeit ist wieder mal Warten angesagt, nachdem der Umbau der Wohnung geplant ist. Bis die Firmen ihr Angebot stellen und dann auch der Umbau abgeschlossen ist, werden schon noch mindestens zwei Monate vergehen.

In der Zwischenzeit befasse ich mich mit der Schaffung von Lagerplatz. Das, denke ich, wird noch ein ganz schönes Stück Arbeit.

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Ich habe durch einen Zufall ein italienisches 60er Jahre Ergometer bei Kleinanzeigen gefunden. Es hat mir spontan gefallen und ich habe es im Laufe dieses Jahres einmal komplett überholt. Heute ist es fertig geworden.

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Organspende – der Weg ist zu gehen – ohne weiteres Zögern.

Gerade läuft, initiiert durch den Artikel im Süddeutsche Zeitung Magazin von Manuel Stark eine Diskussion zum Thema. Hier haben Menschen die Gelegenheit Ihre Ansichten zu teilen. Ich bin der Diskussion eine Weile lesend, gefolgt. Und habe jetzt dringend das Anliegen folgendes Klarzustellen:

Als Spender kommt nur in Frage, wer intensivmedizinisch betreut wird. Erst in diesem Setting ist es möglich nach dem Eintritt des Hirntodes, Organe für eine nachfolgende Transplantation zu entnehmen. Es geht daher hier nicht um die Frage des Organhandels. Es ist unsachlich und einfach falsch immer wieder die Tatsache zu verdrehen und auch zu verschweigen.

Krankheit gehört zum Leben dazu. Kranke benötigen unsere Solidarität. Darum geht es bei der Widerspruchslösung.

Aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage werden immer weniger Patienten in Deutschland transplantiert, bzw. erhalten sie Ihr Transplantat aus einem Nachbarland über die Vermittlung von Eurotransplant. Das ist Fakt. Ein Blick auf die Nachbarländer reicht um zu erkennen, dass die sinkende Anzahl erfolgreicher Transplantationen in Deutschlad auf diesen Umstand zurückzuführen ist.

Wir haben hier in Deutschland einen dauerhaften und eklatanten Mangel an Transplantaten.

Wie ein Empfänger mit dem Geschenk umgeht, hat mit so vielen Faktoren zu tun. Es liegt nicht in der Hand des Spenders. Es macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn bei der Diskussion zu bedenken, das potenzielle Organspender krank, süchtig oder ablehnend gegenüber dem Geschenk seien. Das ist meines Erachtens menschenverachtendes Denken. Jeder soll eine Chance bekommen, auf einen Neubeginn, auf die Aussicht weiterleben zu können. Manchmal ist die Hoffnung aber unbegründet und dies lässt sich nicht planen und vorhersagen.

Eine Widerspruchslösung kommt doch nicht einer Entmündigung des Bürgers gleich. Konsquent ist die Erfordernis, der Gemeinschaft in der man lebt mitzuteilen, dass man für das System der Organspende nicht zur Verfügung steht. Das ist aus meiner Sicht keine Zumutung, so wie es manche Diskutanten darstellen, sondern eine kleine Geste, die für Klarheit sorgt und zwar zu Lebzeiten und die Verantwortung nicht auf die Verwandten verlagert. Da gehört die Entscheidung nicht hin. Es ist unzumutbar, dass so wie es jetzt geregelt ist, Angehörige die gerade damit konfrontiert sind das Ihr Liebstes gestorben ist, eine Entscheidung fällen sollen.

Ich wünsche mir, dass der Bundestag bald eine klare und eindeutige Gesetzesgrundlage für die Organspende auf den Weg bringt.

Der zu gehende Weg liegt eindeutig vor uns. Gehen wir los!

Darum unterstütze ich die Widerspruchslösung.

Kranksein ist nicht die Ausnahme sondern Norm

Immer wieder beobachte ich eine innere Haltung an mir, die nicht möchte, dass ich über meine chronische Erkrankung rede. Schäme ich mich für mein eigenes Kranksein? Eigentlich nicht. Es ist eher so, dass ich niemandem auf die Nerven gehen möchte, mit meinen Ansichten und Erfahrungen die ich mit der Erkrankung mache. Ich möchte mich im direkten Kontakt nicht aufdrängen. Oft habe ich auch das Gefühl, das es nicht in die Situation passen würde, wenn ich mit dem Thema anfange.

Fakt ist: 40% der Bevölkerung ist chronisch krank. In der Gruppe der über 60-Jährigen sogar 50%. Das ist die Hälfte der Menschen in Deutschland. Die Vorstellung das so viele Menschen in meinem Umfeld auch damit konfrontiert sind, mit einer chronischen Erkrankung zu leben, tröstet mich. Ich bin nicht allein und bin Teil eines Phänomens welches viele Menschen betrifft.

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Tagesausflug nach Zwiesel

Ich habe mich gestern der Ilco Selbsthilfegruppe der Stomaträger zu einen Tagesausflug nach Zwiesel angeschlossen. Geleitet von Frau Hammermeister fuhren 17 Menschen aus München mit dem Reisebus in den Bayerischen Wald.

Bevor wir den ersten Programmpunkt erkunden konnten, trafen wir unseren Reiseführer Toni Bernreiter. Er stellte sich kurz vor und schilderte sehr lebendig die Entwicklung des kleinen Grenzdorfes Batzelreuthen zum königlichen Glashüttenstandort Ludwigstal.

Erste Station: Vor der Herz-Jesu Kirche in Ludwigsthal trafen wir unseren Reiseführer Toni Bernreiter
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Wildbienenhaus verleimt!

Gestern habe ich weiter an meinem Wildbienenhausprojekt gearbeitet. Nachdem ich am Vortag der äußere Rahmen fertig wurde, hatte ich große Freude an der Vollendung der Arbeit. Wie geplant habe ich die Fachböden schon dimensioniert und so stellte ich mich der Herausforderung diese nun in die Seiten einzupassen. Hierzu musste ich entsprechende Nuten fräsen. Mit der Oberfräse zu arbeiten, finde ich tricky. Schnell geht die Kontrolle verloren. Wichtig ist, vor dem tatsächlichem Fräsvorgang zu überlegen, an welche Seite die Maschine anschlagen soll.

Die Leiste rechts ist der Anschlag. In eine Richtung bockelt der Fräsvorgang. Hier z.B. habe ich die zweite Fräsung von innen nach außen gefräst. Hierzu wird der Fräser eingetaucht.
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Wildbienenhaus – Rahmen gezinkt!

Zwei Seiten des Rahmens habe ich ja schon mit den Schalbenschwänzen versehen. Heute mache ich mich an die zwei alternierenden Seiten und vervollständige damit die Verbindungen des äußeren Rahmens.

hier habe ich mit Bleistift die Zinken auf das Gegenstück übertragen

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Heimhämodialyse (HHD)

Mein Weg bis zur Heimdialyse verläuft auf vielen Umwegen und ist mit Hindernissen versehen. Ich versuche hier den Verlauf zu schildern:

Seit 10 Jahren werde ich in einem Dialysezentrum behandelt, um mit den Auswirkungen der chronischen Nierenerkrankung leben zu können. Das ist auch jetzt noch so, soll sich aber bis April 2020 ändern. Am Anfang dieser Zeit begegnete ich einem Patientenpaar, die gerade mit dem Training für die HHD befasst waren. Ich war in Schockstarre und habe zwar interessiert zugehört und Gespräche geführt, aber das dies eine Möglichkeit für mich wäre, war undenkbar.

„Es wäre gut wenn sie lernen sich selbst zu punktieren“

Nephrologin in einem der ersten Gespräche kurz vor Beginn der Dialyse

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Erntezeit. Apfelmus aus Fallobst!

Sehe ich eine Streuobstwiese, habe ich sofort das Bedürfnis die von den Bäumen gefallenen Äpfel einzusammeln. Das ist vermutlich tief in meinen Genen verankert. Diesem Impuls bin ich gnadenlos ausgeliefert, weiß ich doch, welche Gaumenfreuden sich daraus ergeben. Abgesehen von einem Apfelstrudel, den Freunde vor kurzem mit sichtbarem Genuß und begeistert zusammen mit einem leichten Weißbier verzehrt haben, liebe ich das Apfelgelee welches meine Frau gerne aus diesen kleinen Geschenken der Natur herstellt.

Trotz der immer noch heftigen Beweglichkeitseinschränkung meines Fußes bin ich gerade noch einmal los und habe zwei Apfelbäume in der Nähe besucht und Ihre Geschenke entgegen genommen. Ein ganzer Eimer voll Äpfel.

Die gewaschenen Äpfel. Die Schalen und unerwünschten Reste gehen in den Kompost. Das gute Fruchtfleisch in den Kochtopf.

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