3 mal 5 Stunden

Immer wieder erlebe ich folgende Situation:

Mein Gegenüber realisiert, dass ich, um leben zu können, die Behandlung mit Dialyse benötige und fragt:

„Einmal in der Woche 5 Stunden, oder?“

Meine Antwort ist eigentlich immer die Gleiche:

„Nein. 3 mal 5 Stunden in einer Woche.“

Das macht zusammen mit einer Stunde Fahrtzeit zur Dialysestation und zurück ca. 18 Stunden in der Woche. Bei 8 Stunden Schlaf ergibt dies, dass wir Dialysepatienten 1/3 der zur Verfügung stehenden täglichen Zeit zu körperlicher Passivität gezwungen sind.

Ist es da verwunderlich, das die verbleibenden 94 Stunden sehr wertvoll sind und so effizient wie möglich genutzt werden? Außerdem wird durch diese Betrachtung ersichtlich, wie wichtig moderater Ausgleichssport und auch leichte Bewegungsübungen während der Dialysebehandlung für das körperliche Wohlbefinden sind.

Die Tagesansicht stellt die Situation noch einmal deutlicher dar:

Wobei hierbei noch erwähnenswert ist, dass die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit nach der Dialyse herabgesetzt ist. Der Reinigungsvorgang, der bei der Dialyse urämische Abbaustoffe aus dem Blut entfernt, wirkt im Körper nach. Das saubere Blut kommt jetzt mit den Körperzellen in Berührung und auch hier findet ein osmotischer Austausch statt. Der Patient spürt dies durch Müdigkeit und eine gewisse Laschheit, auch noch Stunden nach der eigentlichen Behandlung. Um diese negativen Phänomene besser zu bewältigen, hilft wiederum moderate Bewegung an der frischen Luft.

Heimhämodialyse (HHD)

Mein Weg bis zur Heimdialyse verläuft auf vielen Umwegen und ist mit Hindernissen versehen. Ich versuche hier den Verlauf zu schildern:

Seit 10 Jahren werde ich in einem Dialysezentrum behandelt, um mit den Auswirkungen der chronischen Nierenerkrankung leben zu können. Das ist auch jetzt noch so, soll sich aber bis April 2020 ändern. Am Anfang dieser Zeit begegnete ich einem Patientenpaar, die gerade mit dem Training für die HHD befasst waren. Ich war in Schockstarre und habe zwar interessiert zugehört und Gespräche geführt, aber das dies eine Möglichkeit für mich wäre, war undenkbar.

„Es wäre gut wenn sie lernen sich selbst zu punktieren“

Nephrologin in einem der ersten Gespräche kurz vor Beginn der Dialyse

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Umgang mit negativen Gefühlen

Mich beschäftigt zur Zeit die Thematik, wie ich es schaffen kann, die negativen Gefühle, die damit einhergehen chronisch erkrankt zu sein, nicht zu stark werden zu lassen.

Problem ist ja, dass ich ständig mit massiven Einschränkungen und Rückschlägen konfrontiert bin und innerlich die positive Einstellung möglichst schnell wiederherstellen möchte, falls ich beobachte, daß der Unmut, die Verzweiflung, manchmal auch Panik überhand nehmen.

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