Heimhämodialyse – erste Erfahrungen

Seit Anfang April 2020 behandle ich mich selbst und zuhause mit Heimhämodialyse. Vorteile dieser Lösung sind für mich vor allem, dass ich regelmäßiger dialysieren kann und dadurch meine Blutwerte deutlich besser geworden sind. Das hat zur Folge, dass ich wieder ohne negative Nebenwirkungen Sport machen kann und auch, dass ich mit besserem Lebensgefühl durchs Leben gehe.

Nach zehn Jahren Zentrumsdialyse mit festen Dialysezeiten die ein wöchentliches Zeitraster vorgeben, ist die Heimdialyse (HHD) mit einer Befreiung aus einem engen Korsett vergleichbar. Ich gestalte meine Tage nun viel freier und entspannter. In der Regel dialysiere ich jeden zweiten Tag am Nachmittag oder abends. Je nachdem wie es sich besser in unser Familienleben einpasst. Und auch je nachdem wie ich mich fühle.

Auch kann ich kleine Wochenendausflüge machen, indem ich Freitag früh dialysiere, oder auch schon am Abend zuvor. Danach ist Zeit bis zur nächsten Behandlung am Sonntag abend. Das ich die Dialyse zeitlich flexibel einsetzen kann, ermöglicht mir mehr am Leben teilzuhaben zu können und z.B. Freunde treffen oder Feste feiern. Ich fühle mich nicht mehr ganz so krank und eingeschränkt.

Wochenendausflug nach Berlin in einer mächtigen, abgebrannten Eiche.

Aber Vorsicht. Mehr an Flexibilität, Freiheit und Energie, erfordert auch ein großes Mehr an Verantwortung und Disziplin. Dies bedeutete in den letzten Monaten auch, das ich mehr gefordert war, mir klar zu sein, was ich vom Tag möchte und was nicht. Schließlich muß die Behandlung weiter regelmäßig erfolgen und alle Medikamente zuverlässig nach Plan verabreicht werden.

Auch für meine spezielle Situation – ich lebe mit Ileostoma – bringt die HHD wesentliche Erleichterung. Während der Dialyse den Stomabeutel zu wechseln ist nun kein Problem mehr. Im Zentrum habe ich mich immer sehr unwohl gefühlt, den Beutel zu wechseln. Eigentlich ist das ja kein Problem, aber es war unangenehm. Auch die Probleme die mit dem Ileostoma immer wieder mal herausfordernd sind, bekomme ich mit HHD leichter in den Griff. Vor der Dialyse bereite ich mir gerne ein proteinreiches Essen her und auch eine zweite kleine Brotzeit und Getränke. Oft dient hier der altbewährte geriebene Apfel mit Zwieback (schnell im Multizerkleinerer bereitet) dazu den Stuhl einzudicken und dem negaiven Effekt, immer nach der Dialyse eher Durchfall zu haben, entgegen. Die Dialyse an sich entzieht dem Körper wertvolle Nährstoffe und es tut mir gut schon vor und während der Dialyse einiges davon zu ersetzen. Denn kurz nach der Dialyse habe ich Heißhunger und es tut mir aber nicht gut irgendwas reinzumampfen. Das verursacht eher Durchfall und der ist unerwünscht.

Der positive Effekt ist jetzt auch schon auf der Waage zu sehen: Seit April habe ich 4kg zugelegt. Das wünsche ich mir seit Jahren! Und zwar Substanz und nicht Wasser. Da achte ich natürlich akribisch darauf. Schließlich leide ich ja an einer Nierenerkrankung und da ist die Regulation des Wasserhaushalts häufig eher problematisch. Wenn das Gewicht nach oben geht und der Blutdruck bleibt im Normbereich, so bedeutet dies, dass sich Substanz aufbaut und nicht Wasser.

Verursacht durch die Heimhämodialyse habe ich bedeutend mehr Aufwand mit der Lagerhaltung für die Dialysematerialien. Den Überblick zu bewahren und das Material rechtzeitig zu bestellen, ist schon ein Mehraufwand und eine neue Herausforderung. Damit musste ich mich bei der Zentrumsdialyse gar nicht befassen. Es gibt also auch Nachteile, die ich hier lieber nicht unerwähnt lassen möchte.

Auch verändert hat sich die Art und Weise zum Dialysezentrum und den Ärzten Kontakt aufzunehmen. Ein regelmäßiger Kontakt zu den Ärzten, wie bei der Zentrumsdialyse findet ja nicht mehr statt. Da sind z.B. Abnahmen für Blutproben zu planen und Medikamente abzuholen und die Visite findet bei Bedarf telefonisch statt. Auch habe ich jetzt einen zeitlichen Aufwand das Dialysematerial zu lagern und zur richtigen Zeit an Ort und Stelle verfügbar zu haben. Im Vergleich zur Zentrumsdialyse schon auch mehr Aufwand auf meiner Seite. Ich fühle aber mich weiterhin bestens versorgt, muß mich aber eigenverantwortlich um meine Belange kümmern. Da ich schon bisher meine Themen aktiv bearbeitet habe, ist das kein Problem. Ist aber schon ein Unterschied und darum auch unbedingt im Zusammenhang mit dem Wechsel zur HHD zu sehen.

Alles in allem ist die HHD für mich aber die perfekte Lösung. Auch meine Lebenspartnerin ist sehr glücklich über die gewonnene gemeinsame Zeit und die größere zeitliche Flexibilität die mit der HHD einhergeht.

Mit dem Wechsel der Dialyse nach Hause habe ich mir Freiheit erobert und eine ganz unerwartet neues Lebensgefühl von Selbstbetimmtheit und Unabhängigkeit.

Stoma im Sommer

Wenn das Stoma den Körper zu stark entwässert:

Ich habe in meinem ersten Jahr mit Ileostoma über Probleme im Sommer geschrieben. Nun im zweitem Jahr habe ich so einiges dazugelernt. Ich hatte ja geschrieben, vermehrt Wasser zu trinken. Das hat mir aber leider nicht so geholfen, wie ich meinte. Im Verlauf hatte ich immer wieder zu niedrigen Blutdruck und oft Schwindel (besonders beim Aufstehen) und Krämpfe in der Nacht (wenn ich mich im Bett gestreckt habe). Diese Symthome hatte ich regelmäßig. Erst der Hinweis von meiner Ansprechpartnerin der IlCO-Selbsthilfe, dass ein Stoma zu sehr den Körper entwässert gab den entscheidenden Hinweis.

Wenn dein Stoma regelmäßig mehr als 2 Liter flüssigen Stuhl fördert hast du es mit einem Hi-Output-Stoma (HOS) zu tun.

Die Lösung für mich ist, nicht pures Wasser, sondern ein Iso-Getränk zu mischen und zu trinken. Das funktioniert bei mir super. Blutdruck normal, kein Schwindel mehr und auch keine Krämpfe in den Muskeln.

Alternative Möglichkeiten ein HOS in den Griff zu bekommen läuft über die Ernährung. Mir hilft z.B. ein lange gekochter Brei am morgen (Porridge). Auch hilfreich soll Apfelpektin als Zugabe zum Essen sein. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Wobei ich gerne zum Hausmittel „geriebener Apfel mit Zwieback“ greife und vermutlich ist da jede Menge Apfelpektin drin, denn das macht bei mir auch einen relativ festen Stuhl. HIlfreich war bei mir auch ein Verzicht auf Zwiebel, Knoblauch und Kaffee.

Auch mit Stoma ist es möglich Sport zu machen. Hier habe ich mich selbst fotografiert, bei dem relativ steilem Aufstieg in die Valepp.

Verbesserte Versorgung meines Stomas:

Auch bei der Versorgung des Stomas habe ich kleine Veränderungen vorgenommen. Die Devise: „Viel hilft viel“ bringt gar nichts. Wieder gilt es herauszufinden was mein Körper gut verträgt. Zwischenzeitlich verwende ich gar kein Puder mehr. Ich verwende nur wenig Hautschutzringmasse (Eakin – aber nur ein Drittel des ganzen Ringes) und achte auf gleichmässige Verteilung der Masse auf der Unterseite der Hautschutzplatte. Diese gute Verteilung erreiche ich dadurch, dass ich die Masse erst als 5cm lange gleichmäßige Wurst ausknete und dann rund um das ausgeschnittene Loch für das Stoma verteile. Nach dem Aufbringen auf die Haut drücke ich ordentlich die Platte von außen an (ruhig fest und rund um das Stoma andrücken) so dass sich die Hausschutzmasse gut verteilt. Danach lege ich mich ins Bett und lege meine Hand noch so ca. 10 Minuten auf, um mittels der Wärme die die Hand ausstrahlt eine gute Haftung der Versorgung zu erzeugen.

Und jetzt nicht mehr an die Versorgung denken

Erst wenn ein Signal von unter der Versorgung ist es „unangenehm“, bis „es juckt“ von dieser Körperregion ausgesendet wird, ist es nötig das ich mich wieder meiner Versorgung zuwende. Vorher ist es am besten, das Stoma und auch die Versorgung ganz zu vergessen. Je nachdem wie sehr ich unterwegs bin, hält meine Versorgung zwei oder drei Tag lang ohne Probleme zu machen.

Zwischenzeitlich schlafe ich zeitweise sogar wieder auf dem Bauch. Oder bin mit dem Rennrad unterwegs. Auch vorsichtige intensivere Bewegungseinheiten sind möglich. Auch die körperintensive Arbeit bzgl. meines Hobbys Holzhandwerk, hier speziell wenn ich hoble, verursachen keine Probleme.

Hier Aussicht auf den Schliersee am Spitzingsattel. Die Vorfreude auf einen rasante Abfahrt ins Tal sieht man mir an.

Beim Sport ist es wichtig, den Stomabeutel rechtzeitig zu leeren. Vor kurzem war ich zu Fuß in den Bergen unterwegs und einer der Höhepunkte war der Abstieg über ein Kar. Ein rutschiger und körperintensiver Abstieg über ein steiles Geröllfeld. Ich habe gar nicht bemerkt wie und auch wann sich meine Versorgung von der Haut gelöst hat! Wieder in sicherem Gelände bemerkte ich den „Schaden“. Gut das ich meine Minimalversorgungstasche dabei hatte. Ich habe mir ein ruhiges Plätzchen gesucht und die Versorgung erneuert. Dann gings mit Frische wieder weiter. Auch hier gilt: Alles was ich in die Berge mitbringe, trage ich zurück ins Tal und entsorge es dort. Eine losgelöste Versorgung verursacht bei mir relativ schnell starke Hausreaktion und bedarf einer schnellen und unmittelbaren Reinigung und Neuversorgung des Stomas. Und in Bezug auf den Füllstand des Beutels ist es wichtig, vor bewegungsintensiven Passagen, den Beutelinhalt zu entleeren. Das ist die Lehre die ich daraus gezogen habe. Dann wirken geringere Kräfte auf die Versorgung die ja nur auf der Haut klebt und die Gefahr einer Loslösung ist geringer. Schließlich möchte ich ja die Bergwelt geniessen und nicht mit medizinischen Vorgängen befasst sein.

Farbspektakel am Wegrand.

Wege zur Heilung – Schritte der Bewältigung

Für mich ist sehr wichtig, dass ich über meine Erkrankung rede und schreibe. Es gibt keinen Grund sich für eine Erkrankung zu schämen. Krankheit gehört für mich zum Leben dazu. Kranksein bedeutet nicht, dass das Leben ab dem Zeitpunkt der Diagnose vorbei ist, sondern das mein Leben eine neue Qualität bekommen kann. Wie aber kann dies gelingen?

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HHD – Heimhämodialyse

Seit Anfang April behandle ich mich selbst mit HHD. Meine ersten Erfahrungen beschreibe ich in diesem Bericht.

Von zehn Jahren Zentrumsdialyse ausgehend, habe ich jetzt vor allem das Gefühl von wiedergewonnener Freiheit. Diese zurückgewonnene zeitliche Flexibilität ist ein großer Segen für mich. Ich muß nun nicht mehr auf Biegen und Brechen den Zentrumsrhythmus einhalten und kann zeitlich flexibel die Dialysebehandlung auf meine Bedürfnisse abstimmen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ich nun nicht mehr dauernd nicht zuhause bin. Bisher war es für meine Familie ganz klar, das der Papa in der Dialyse ist und somit häufig nicht anwesend. Besonderere Momente im Familienleben, z.B. ein Kind hat Geburtstag, oder es sind Feiertage, der fest vorgegebene zeitliche Rahmen der Zentrumsbehandlung läuft weiter. Viele dieser Begebenheiten bekam ich in der Vergangenheit gar nicht mit. Alle Familienmitglieder litten unter diesen Zwangsunterbrechnungen.

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Lager für Heimhämodialyse

Vorgeschichte:

Auf dem langen Weg hin zur Heimhämodialyse (HHD) auf dem ich mich ja nun schon seit einiger Zeit befinde, geht es langsam voran. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben, dass ich nun fast alle Hürden genommen habe. Diese Woche soll nun das umfangreiche Material für die Dialyse geliefert werden.

Die Herausforderung das medizinischen Material zu lagern beschäftigt mich seit Dezember.

Vor allem zwanzig Stück 10l Konzentratkanister die alle zwei Monate geliefert werden, stellten mich vor eine Herausforderung.

Ausgangslage ist, dass ich in der Wohnung nur Verbrauchsmaterial für die laufende Woche lagern kann (max. 3 Kanister). Die einzige weitere Möglichkeit zur Lagerung von Material ist der zur Wohnung gehörende Keller. Da wir eine vierköpfige Familie sind, ist der Keller seit dem wir hier wohnen immer gefühlt zu voll und man kommt an die Sachen die man braucht nicht ran.

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3 mal 5 Stunden

Immer wieder erlebe ich folgende Situation:

Mein Gegenüber realisiert, dass ich, um leben zu können, die Behandlung mit Dialyse benötige und fragt:

„Einmal in der Woche 5 Stunden, oder?“

Meine Antwort ist eigentlich immer die Gleiche:

„Nein. 3 mal 5 Stunden in einer Woche.“

Das macht zusammen mit einer Stunde Fahrtzeit zur Dialysestation und zurück ca. 18 Stunden in der Woche. Bei 8 Stunden Schlaf ergibt dies, dass wir Dialysepatienten 1/3 der zur Verfügung stehenden täglichen Zeit zu körperlicher Passivität gezwungen sind.

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Ein Fahrrad für die Heimdialyse

Ich bereite mich ja seit einiger Zeit auf die Heimdialyse vor. Zur Zeit ist wieder mal Warten angesagt, nachdem der Umbau der Wohnung geplant ist. Bis die Firmen ihr Angebot stellen und dann auch der Umbau abgeschlossen ist, werden schon noch mindestens zwei Monate vergehen.

In der Zwischenzeit befasse ich mich mit der Schaffung von Lagerplatz. Das, denke ich, wird noch ein ganz schönes Stück Arbeit.

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Ich habe durch einen Zufall ein italienisches 60er Jahre Ergometer bei Kleinanzeigen gefunden. Es hat mir spontan gefallen und ich habe es im Laufe dieses Jahres einmal komplett überholt. Heute ist es fertig geworden.

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Organspende – der Weg ist zu gehen – ohne weiteres Zögern.

Gerade läuft, initiiert durch den Artikel im Süddeutsche Zeitung Magazin von Manuel Stark eine Diskussion zum Thema. Hier haben Menschen die Gelegenheit Ihre Ansichten zu teilen. Ich bin der Diskussion eine Weile lesend, gefolgt. Und habe jetzt dringend das Anliegen folgendes Klarzustellen:

Als Spender kommt nur in Frage, wer intensivmedizinisch betreut wird. Erst in diesem Setting ist es möglich nach dem Eintritt des Hirntodes, Organe für eine nachfolgende Transplantation zu entnehmen. Es geht daher hier nicht um die Frage des Organhandels. Es ist unsachlich und einfach falsch immer wieder die Tatsache zu verdrehen und auch zu verschweigen.

Krankheit gehört zum Leben dazu. Kranke benötigen unsere Solidarität. Darum geht es bei der Widerspruchslösung.

Aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage werden immer weniger Patienten in Deutschland transplantiert, bzw. erhalten sie Ihr Transplantat aus einem Nachbarland über die Vermittlung von Eurotransplant. Das ist Fakt. Ein Blick auf die Nachbarländer reicht um zu erkennen, dass die sinkende Anzahl erfolgreicher Transplantationen in Deutschlad auf diesen Umstand zurückzuführen ist.

Wir haben hier in Deutschland einen dauerhaften und eklatanten Mangel an Transplantaten.

Wie ein Empfänger mit dem Geschenk umgeht, hat mit so vielen Faktoren zu tun. Es liegt nicht in der Hand des Spenders. Es macht aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn bei der Diskussion zu bedenken, das potenzielle Organspender krank, süchtig oder ablehnend gegenüber dem Geschenk seien. Das ist meines Erachtens menschenverachtendes Denken. Jeder soll eine Chance bekommen, auf einen Neubeginn, auf die Aussicht weiterleben zu können. Manchmal ist die Hoffnung aber unbegründet und dies lässt sich nicht planen und vorhersagen.

Eine Widerspruchslösung kommt doch nicht einer Entmündigung des Bürgers gleich. Konsquent ist die Erfordernis, der Gemeinschaft in der man lebt mitzuteilen, dass man für das System der Organspende nicht zur Verfügung steht. Das ist aus meiner Sicht keine Zumutung, so wie es manche Diskutanten darstellen, sondern eine kleine Geste, die für Klarheit sorgt und zwar zu Lebzeiten und die Verantwortung nicht auf die Verwandten verlagert. Da gehört die Entscheidung nicht hin. Es ist unzumutbar, dass so wie es jetzt geregelt ist, Angehörige die gerade damit konfrontiert sind das Ihr Liebstes gestorben ist, eine Entscheidung fällen sollen.

Ich wünsche mir, dass der Bundestag bald eine klare und eindeutige Gesetzesgrundlage für die Organspende auf den Weg bringt.

Der zu gehende Weg liegt eindeutig vor uns. Gehen wir los!

Darum unterstütze ich die Widerspruchslösung.

Kranksein ist nicht die Ausnahme sondern Norm

Immer wieder beobachte ich eine innere Haltung an mir, die nicht möchte, dass ich über meine chronische Erkrankung rede. Schäme ich mich für mein eigenes Kranksein? Eigentlich nicht. Es ist eher so, dass ich niemandem auf die Nerven gehen möchte, mit meinen Ansichten und Erfahrungen die ich mit der Erkrankung mache. Ich möchte mich im direkten Kontakt nicht aufdrängen. Oft habe ich auch das Gefühl, das es nicht in die Situation passen würde, wenn ich mit dem Thema anfange.

Fakt ist: 40% der Bevölkerung ist chronisch krank. In der Gruppe der über 60-Jährigen sogar 50%. Das ist die Hälfte der Menschen in Deutschland. Die Vorstellung das so viele Menschen in meinem Umfeld auch damit konfrontiert sind, mit einer chronischen Erkrankung zu leben, tröstet mich. Ich bin nicht allein und bin Teil eines Phänomens welches viele Menschen betrifft.

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Tagesausflug nach Zwiesel

Ich habe mich gestern der Ilco Selbsthilfegruppe der Stomaträger zu einen Tagesausflug nach Zwiesel angeschlossen. Geleitet von Frau Hammermeister fuhren 17 Menschen aus München mit dem Reisebus in den Bayerischen Wald.

Bevor wir den ersten Programmpunkt erkunden konnten, trafen wir unseren Reiseführer Toni Bernreiter. Er stellte sich kurz vor und schilderte sehr lebendig die Entwicklung des kleinen Grenzdorfes Batzelreuthen zum königlichen Glashüttenstandort Ludwigstal.

Erste Station: Vor der Herz-Jesu Kirche in Ludwigsthal trafen wir unseren Reiseführer Toni Bernreiter
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Heimhämodialyse (HHD)

Mein Weg bis zur Heimdialyse verläuft auf vielen Umwegen und ist mit Hindernissen versehen. Ich versuche hier den Verlauf zu schildern:

Seit 10 Jahren werde ich in einem Dialysezentrum behandelt, um mit den Auswirkungen der chronischen Nierenerkrankung leben zu können. Das ist auch jetzt noch so, soll sich aber bis April 2020 ändern. Am Anfang dieser Zeit begegnete ich einem Patientenpaar, die gerade mit dem Training für die HHD befasst waren. Ich war in Schockstarre und habe zwar interessiert zugehört und Gespräche geführt, aber das dies eine Möglichkeit für mich wäre, war undenkbar.

„Es wäre gut wenn sie lernen sich selbst zu punktieren“

Nephrologin in einem der ersten Gespräche kurz vor Beginn der Dialyse

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Finden nicht suchen

Da ich gerade immer wieder Gespräche führe, die dieses Thema berühren, befasse ich mich in diesem Blogpost mit dem Finden.

Die Übungen der Achtsamkeit bringen mich dazu, dass ich Zuordnungen, die ich früher relativ automatisch getroffen habe, nun genauer betrachte und abwäge und häufig komme ich zu ganz erstaunlichen Ergebnissen.

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Wieder in Bewegung kommen!

Nachdem ich zur Zeit durch die Verletzung nur eingeschränkt Sport machen kann, suche ich händeringend nach Möglichkeiten wieder in Bewegung zu kommen. Abgesehen davon, daß ich von ein paar Metern gehen mit den Krücken völlig abgeschossen bin, hatte ich seit der OP keine Bewegung und lag entweder im Bett oder auf dem Sofa.

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Umgang mit negativen Gefühlen

Mich beschäftigt zur Zeit die Thematik, wie ich es schaffen kann, die negativen Gefühle, die damit einhergehen chronisch erkrankt zu sein, nicht zu stark werden zu lassen.

Problem ist ja, dass ich ständig mit massiven Einschränkungen und Rückschlägen konfrontiert bin und innerlich die positive Einstellung möglichst schnell wiederherstellen möchte, falls ich beobachte, daß der Unmut, die Verzweiflung, manchmal auch Panik überhand nehmen.

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Rückschlag durch Achillessehnenriß

Am Sonntag nachmittag habe ich bei einem Selbstverteidigungskurs eine effektive Angriffssequenz geübt und mir dabei durch eine unkoordinierte Bewegung die Achillessehne durchtrennt. Jetzt liege ich noch bis Morgen im Krankenhaus und erhole mich von dem Schrecken. Zwischenzeitlich kann ich mit Orthese und Krücken wieder laufen und sogar Treppen stellen schon kein Problem mehr dar.

Achillessehnenruptur nach OP

Auf dem Bild sieht man schön die Steristrips die die Öffnungen, die für den minimalinvasiven Eingriff nötig sind, steril verschließen. Ansonsten sieht man nur die leichte Schwellung zwischen den beiden Öffnungen.

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Sommerzeit und Stomaprobleme

Ich bin ja noch immer in meinem ersten Jahr nach der Stomaanlage. Und bisher komme ich sehr gut zurecht mit der Versorgung meines Stomas. So und jetzt kommt das Aber:

Zwei Themen sind jetzt bei der momentanen Hitze so richtig heftig geworden. Als erstes habe ich festgestellt, dass ich eine Mindesttrinkmenge an Wasser trinken muß, damit es mir gut geht. Immer wieder war der Blutdruck unter 100/60! Das ist für mich völlig untypisch. Durch die Nierenerkrankung hatte ich in der Vergangenheit eher mit zu hohem Blutdruck zu tun und mußte Blutdrucksenker einnehmen. Der Zusammenhang mit der Stomaanlage ist eindeutig.

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Infostand der IG Dialyse am Tag der Organspende in München

Am ersten Juni war wieder Tag der Organspende. Mitglieder der Selbsthilfegruppe der IG Dialyse in München hatten in der Neuhauser Straße einen Infostand aufgebaut und standen Interessierten für Gespräche zur Verfügung.

Mitglieder der Selbsthilfe Nierenkranke München hinter dem Infostand

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Endlich Frühling

Nachdem ich mich ganz langsam von meiner Erkältung erhole, bin ich heute in den Wald gefahren. Hier ein paar visuelle Eindrücke davon:

Ein Blütenmeer! Keine einzige Biene, vermutlich gibt es zu wenig Blütenpollen, aber einige Hummeln waren da.

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10 Jahre Dialyse

Mit der Diagnose „interstitielle Nephritis“, was soviel wie chronisches Nierenversagen bedeutet, bin ich vor ca. 10 Jahren in den „Dialysering“ gestiegen. Und ich habe verschiedene (Box)Kämpfe durchgestanden und freue mich heute daran, weiterhin froh und munter und am Leben zu sein. Schließlich sind ja „nur“ meine Nieren ausgenockt. Der „Rest“ meines Körpers ist ganz brauchbar und ich bemühe mich diesen Zustand zu erhalten.

In diesem Betrag versuche ich die wichtigsten „Ach so ist das“ weiterzugeben, die ich in 10 Jahren als Dialysepatient gesammelt habe.

Ich bin fest überzeugt davon, positiven Einfluss auf den Verlauf meiner Erkrankung nehmen zu können. Hierzu gehören folgende Themenbereiche, auf die ich peu à peu genauer eingehen und die jeweiligen wohltuenden und positiven Aspekte beschreiben werde:

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Stomaträger

Am 25. Oktober 2018 wurde mein Dickdarm operativ entfernt und rechts oberhalb des Bauchnabels ein sog. Ileostoma angelegt. Mein Dünndarm ist durch die Bauchdecke geführt worden und dies ist fortan mein künstlicher Ausgang.

Hier berichte ich über erste Erfahrungen mit der neuen Situation.

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