Umgang mit negativen Gefühlen

Mich beschäftigt zur Zeit die Thematik, wie ich es schaffen kann, die negativen Gefühle, die damit einhergehen chronisch erkrankt zu sein, nicht zu stark werden zu lassen.

Problem ist ja, dass ich ständig mit massiven Einschränkungen und Rückschlägen konfrontiert bin und innerlich die positive Einstellung möglichst schnell wiederherstellen möchte, falls ich beobachte, daß der Unmut, die Verzweiflung, manchmal auch Panik überhand nehmen.

Konkret: Ich hatte eigentlich geplant, im August mit meiner Familie nach Ligurien zu reisen und dort Urlaub zu machen. Obwohl ich seit Januar versuche, mit meinem italienischen Schwager im Zielort eine Dialyse zu organisieren, und mit der Zusage auch konkrete und passende Termine erhalten habe, bekomme ich jetzt drei Wochen vor Antritt der Reise gesagt, dass sich die erste Dialyse um einen Tag verschiebt. Wie ärgerlich! Abgesehen davon das ich nicht die Freiheit habe, die Dialyse nach dem langen Intervall einfach um einen Tag zu verschieben, sollte ich nun Flexibilität zeigen und die ganze Urlaubsplanung um einen Tag verschieben.

Jetzt kam auch noch die Achillessehnenruptur dazu und ich habe nun entschieden auf den Urlaub zu verzichten. Meine Familie möchte natürlich nicht verzichten. Sprich: Die Umstände haben, wie so oft, dafür gesorgt, dass ich nicht am Familienleben teilhaben kann. Das erzeugt natürlich negative Gefühle wie Frust und Verärgerung und auch Wut.

Klar könnte ich jetzt gemäß dem Motto „Augen zu und durch“ trotzdem fahren. Aber in der Regel stellt sich dies schon bald als Problem dar, wenn ich die vielen Bedenken einfach in den Wind schlage und die oft negativen Auswirkungen betreffen dann wiederum mich und auch meine Familie.

Wie also am besten mit so einer Situation umgehen?

Hilfreich empfinde ich meine inzwischen sehr geliebten Achtsamkeitsübungen, die ich seit MBSR (8 Wochen Achtsamkeit) praktiziere. Durch die sanften und ruhigen Übungen wird sowohl der Körper als auch der Geist beruhigt. Dadurch komme ich oft schneller dazu, mich und meinen Gefühlszustand wahrzunehmen. Was wiederum bewirkt, das die Gefühlsregungen nicht ganz so hoch schlagen. Mein Blick für die positven Auswirkungen auf mein Leben ist wieder unverstellt! Und ich weiß inzwischen, es geht mir bald wieder besser.

Es geht letzlich darum, die Einschränkungen und Entbehrungen, den Ärger und einfach die negativen Effekte die mit der Erkrankung einhergehen wirklich so anzunehmen wie sie sind. Das hört sich gar nicht so schwer an, ist es aber!

Bild von John Hain

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