Der Werkstattschlüssel

Diesen Schlüssel hat mein Vater hergestellt. Der Schlüssel schloß die Tür zu seiner Werkstatt. Für mich ein Reich voller Zauber und Magie. Unter anderem wurde einmal der Motor einer Isetta aufgebockt und wieder zum Laufen gebracht. Arbeitkollegen kamen vorbei und die Männer besprachen Ihre Projekte. Es entstanden unzählige Objekte, deren Entstehen ich Stück für Stück mitverfolgen konnte. Dieses Miterleben des Schaffensprozesses meines Vaters hat bei mir tiefe Spuren hinterlassen.

Selbstgemachter Werkstattschlüssel

Der ursprüngliche Schlüssel ging verloren. Und so war der Zugang zur Werkstatt ein paar Tage verwehrt. Das hat meinen Vater sehr beschäftigt und natürlich auch geärgert. Schließlich konnte er nicht in den Raum, der so wichtig für ihn war. Es hat sich nie aufgeklärt, wohin der alte Schlüssel verschwunden ist.

Und so musste er einen neuen Schlüssel hergestellen, der einerseits in das Schloß passte, aber auch groß genug war, um nicht verloren zu gehen. Schließlich waren wir eine große Familie und der Schlüssel wurde von allen verwendet.

Man kann noch die Feilstriche an Bart und Schlüsselkörper sehen, und die Verbindung aus Hartlot, an der der Griff aus Messingdraht angelötet ist.

Detailaufnahme des Griffs

Ich war etwa 8 Jahre alt. Und war dabei, wie er sich wieder Zugang zu seiner Werkstatt verschafft und das Schloss ausgebaut und einen neuen passenden Schlüssel hergestellt hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.