Ein Fahrrad für die Heimdialyse

Ich bereite mich ja seit einiger Zeit auf die Heimdialyse vor. Zur Zeit ist wieder mal Warten angesagt, nachdem der Umbau der Wohnung geplant ist. Bis die Firmen ihr Angebot stellen und dann auch der Umbau abgeschlossen ist, werden schon noch mindestens zwei Monate vergehen.

In der Zwischenzeit befasse ich mich mit der Schaffung von Lagerplatz. Das, denke ich, wird noch ein ganz schönes Stück Arbeit.

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Ich habe durch einen Zufall ein italienisches 60er Jahre Ergometer bei Kleinanzeigen gefunden. Es hat mir spontan gefallen und ich habe es im Laufe dieses Jahres einmal komplett überholt. Heute ist es fertig geworden.

Das Teil hat mich ganz schön Nerven gekostet. Zuerst einmal ging gar nichts. Beim Versuch zu treten, hat sich die Umhüllung der Tachowelle aufgezwirbelt und auch der Antrieb ging nicht mehr.

An der Wand im Hintergrund wird bald eine Dialysemaschine stehen.

Ich habe das Teil also komplett zerlegt. Am Tretlager war eine Übergangsscheibe abgebrochen. Ich habe mal wieder mein geliebtes Hei besucht und das Teil dort angeschweißt. Falls Ihr das Hei nicht kennt: Das Haus der Eigenarbeit – ein Ort in München, der immer wieder sehr hilfreich ist, wenn es um sehr spezielle handwerkliche Aufgaben geht.

Auch das o.g. Phänomen des Verdrehens der Welle klärte sich bald. Der superschöne Tacho von Huret rührte sich keinen Millimeter mehr.

Ich habe eine sehr gute Anleitung gefunden, wie so ein altes Tachoschätzchen wieder zum Laufen gebracht werden kann. Hier geht es zu Thomas Truetens Anleitung. Der Aha-Effekt dabei war, das Innenleben so eines Tachos zu sehen. Nun verstehe ich die Funktionsweise eines mechanischen Geschwindigkeitsmessers!

Auch das Cockpit war nach ersten Fahrversuchen ziemlich mau. Ich saß auf dem Teil sehr aufrecht und fühlte mich gar nicht wohl. Die Lenkeraufsätze hatte ich eigentlich für mein Stadtrad gekauft, da haben sie aber nicht gepasst. Jetzt mit dem blauen Lenkerband bin ich superzufrieden und ich fühle mich jetzt richtig gut auf dem Rad.

Cockpit mit dem neuen Lenkeransätzen, Tacho und Lastverstellung.

Die Sattelstütze, der Sattel und die SDP-Klickpedale habe ich analog zu meinem Rennrad angebaut. So kann ich mit meinem üblichen Fahrradoutfit losfahren.

Bin ja gespannt, ob ich mit diesem „Dialysefahrrad“ wärend der Behandlung klarkomme. Ich werde auf alle Fälle berichten, wie es läuft. Bisher fahre ich ja mit dem Fahrrad in die Dialyse und zurück. Das macht pro Behandlungstag eine Stunde auf dem Fahrrad. Dieses Pensum möchte ich beigehalten. Das ist der Plan!

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